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Die Geschichte der Modellbahnabteilung im Postsportverein Berlin e.V.
Auf Anregung von einem Mitarbeiter des Briefpostamtes 11, Jörg Haun, trafen sich 7 Eisenbahnfreunde im März 1966. Jörg Haun, Harry Seeger, Heinz Wernicke, Herbert Wesenack und ? um sich über die Raumbeschaffung zum Aufbau einer Modellbahnanlage Gedanken zu machen. Im April 1966 wurde der Gruppe im PA Ritterstr. in Kreuzberg ein Raum von ca. 40-50 m² zur Verfügung gestellt und man begann sofort mit der Planung und Materialbeschaffung für eine Anlage. In den folgenden Monaten ergaben sich aber völlig neue Möglichkeiten, durch Vermittlung von Jörg Haun wurde trotz anfänglicher Bedenken seitens des Postsportvereins, die Gruppe der Abteilung Foto- und Wandern im Postsportverein als eigenständige Unterabteilung zum 1.August 1966 angegliedert.
Durch den Postsportverein erhielt die Abteilung noch vor Baubeginn ein neues Domizil in der Siemensstr. in Lankwitz. Dort stand mit ca. 350 m² eine riesige Fabriketage zur Verfügung. Somit wurde im August 1966 der erste Umzug mit dem bereits gesammelten Material fällig, man konnte ganz groß planen und mit den Bau der ersten Anlage beginnen. Die Planung musste dann aber noch mehrmals geändert werden, weil die Hälfte des Raumes an die Tischtennisabteilung abzugeben war und eine Fläche von ca. 40 m² der sogenannten Beutelreserve der DBP zugeordnet wurde. In den folgenden Monaten wuchs unter Jörg Haun als ersten Vorsitzenden, die Zahl an Mitgliedern auf ca. 10-15 und die 1.Anlage gewann an Form. Ein Nachteil in der kalten Jahreszeit war die ungenügende Heizung und das stellenweise undichte Dach, so das die Anlage ihre Wassertaufe erhielt. Ende 1969 erhielt die Abteilung die Mitteilung, dass das Gebäude abgerissen werden soll und es wurde eine neue Unterkunft benötigt. Diese fand sich im Postzeitungsamt in der Dessauer Str. Nähe Potsdamer Platz. Mittlerweile trennte sich die Modellbahngruppe von der Foto- und Wanderabteilung und bildete eine eigene Abteilung mit Harry Seeger als Vorsitzenden. Die Räume in der Dessauer Str. befanden sich im Keller und ermöglichten den Bau einer Anlage von ca. 40 m². Da die Heizungsrohre des Gebäudes durch diesen Kellerraum führten, betrugen die Temperaturen im Winter 33° C und mehr; dies führte unter anderem zu Gleisverwerfungen. Die
Anlage wurde in Relaistechnik betrieben und zur Stromversorgung standen zwei 12 V Autoakkus im Pufferbetrieb zur Verfügung. Anfahren und Bremsen wurden schon automatisch geregelt und es konnte mit zwei miteinander verschlungenen Hauptstrecken, einer Zahnradbahn und zweier Schattenbahnhöfe schon ordentlich Betrieb gemacht werden. In Arbeit war ferner eine Nebenbahn, ein Bw und eine Straßenbahnlinie. Um 1971 schloss sich die Abteilung mit der Mitgliedsnummer 109 dem Bundesverband Deutscher Eisenbahnfreunde (BDEF) an. Auch sonst war diese Zeit geprägt durch viele Aktivitäten. Durch die gemeinsamen Eisenbahnexkursionen, regelmäßigen Dia-Abende, Fahrten zu den Bundesverbandstagen des BDEF, Auslandsfahrten, um die letzten Dampfrösser zu erwischen usw. machten die Abteilung überall in Berliner Modellbahnkreisen bekannt und ließ die Mitgliederzahl weiter wachsen. Das 10 jährige Jubiläum 1976, unter Mitwirkung des damaligen Präsidenten der Landespostdirektion Berlin, dem Vorsitzenden des Postsportvereins, etlicher Abteilungsleiter und deren Frauen, die Vorsitzenden anderer Berliner Eisenbahnvereine und vielen weiteren Gästen war der erste Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Aus städtebaulichen Gründen (Planung einer Umgehungsstraße) mussten wir 1977 die Anlage in der Dessauer Str. aufgeben, der Abriss fand aber erst im Nov. 1982 statt. Aber "Neues Leben blüht aus den Ruinen" mit Hilfe des Vorstandes des Postsportvereins bekamen wir von der DBP neue, größere und schönere Räume in der Ringbahnstr. im Bezirk Tempelhof. geschichte1In der sogenannten Nordscheune (ehemalige Ausbildungsstätte für Fernmeldehandwerker)standen uns 5 Räume zur Verfügung. Im größten Raum bauten wir auf ca. 115 m² unsere bis dato größte Modellbahnanlage.
Als Novum im Betrieb einer Großanlage war die Steuerung mit Computer anzusehen. Dem Vorsitzenden Harry Seeger ging es bei der Größe der Anlage um eine weitgehende Automatisierung der Betriebsabläufe, dafür bot sich die Steuerung mittels Computer gerade zu an. Als großen Gewinn für den Verein wurde die Mitgliedschaft des Dipl. Ing. Uwe Blücher. Er entwickelte gemeinsam mit Harry Seeger ein Steuerungsprogramm für die Großanlage. Die Entwicklung der benötigten Hardware und der Aufbau der mechanischen Baugruppen wurden in eigener Regie umgesetzt und zeigte schon baldige Erfolge. War es zum Anfang der Achtziger Jahre doch längst noch nicht selbstverständlich, dass die Züge z.B. selbsttätig langsam an fuhren oder bremsten. Auch die Betriebsabläufe auf der Strecke und in den Bahnhöfen wurden durch den Computer weitgehend gesteuert. So wusste z.B. ein Wendezug oder ein Triebwagen wo er Kopf zu machen hat und wann er wieder zurück fährt. Die elektrische Ausstattung für die Hauptanlage bestand aus dem Steuerrechner Beta 16k RAM, Gamma 16k RAM, Bedienrechner Nathan 64k RAM Programmierrechner Apple 64k RAM - alle mit CPU 6502 - Farb- und SW - Monitore, Drucker, Floppy, Datenübertragungsleitungen (V.24 CCITT), 80 Fahrtregler, 200 Besetztmelder auf Euro-Platinen, Gleisbildanzeigetisch mit 150 Leuchtdioden, Nummerntasten-Stelltisch, Gleisbild-Anzeigemonitor. Als besondere Merkmale
wurden die Geschwindigkeitsreglung, das Beschleunigen und Abbremsen in maximal 15 Stufen, die Lok- bzw. Zugnummernkennung und die Zugschlussmeldung durch Schlusslichter oder mit Leitlack überbrückten Achsen genannt. Die Nebenbahn wurde in alter Technik mit 6 Fahrtransformatoren betrieben. Im Jahr 1989 lagen folgende Daten vor: 770 m. Gleislänge, 210 Weichen, 250 Oberleitungsmaste mit 135 m Fahrleitung, 45 Lichtsignale und 9 Flügelsignale (im Bau), 3 Nebenbahnhöfe mit 3 manuellen Streckenblöcken, 4 Schmalspurbahnhöfe, 2 Bahnhöfe und 4 Abstellanlagen (z. T. Schattenbahnhöfe) mit 45 automatischen Streckenblöcken, 1 Bahnbetriebswerk, 1 Rangierbahnhof mit Ablaufberg ( in Bau) und der in Bau befindliche Hauptbahnhof. 1989 fand die Jahrestagung des BDEF in Berlin statt und auch unsere Abteilung war voll dabei. Der erfolgreich vorgeführte Fahrbetrieb und auch das sonstige Rahmenprogramm fand bei vielen Eisenbahnfreunden aus dem In- und Ausland lobende Anerkennung.
Mit Fall der Mauer und der daraus entstehenden neuen politischen Richtung, nahmen bei der Deutschen Bundespost Pläne zur Umgestaltung des Gebäudekomplexes "Ringbahnstr." Gestalt an. Zum Ausbau der Ingenieurakademie wurden weitere Parkplätze benötigt und der dafür benötigte Platz fand sich im Abriss der Nordscheune (die Ingenieurakademie wurde nie ausgebaut!!). Somit wurden dem Postsportverein im Sommer 1991 die von ihm genutzten Räume gekündigt und die Modellbahnabteilung, sowie 2 weitere Unterabteilungen mussten sich nach neuen Unterkünften umsehen. Nach Abriss der Anlage 1992 wurden die noch brauchbaren Materialien für mehrere Monate in Kellerräumen des Fernmeldeamtes 3 zwischengelagert und es begann die Suche nach einer neuen Bleibe. Im Bezirk Tiergarten, im Postamt Körnerstr., in der dritten Etage befand sich die Geschäftsstelle des PostSV und uns wurden 3 Räume von insgesamt 157 m² zur Verfügung gestellt. Obwohl die Räumlichkeiten gegenüber dem Gewohnten klein waren, fingen wir wieder an zu planen und Module zu bauen. Zur Jahreshauptversammlung der Abteilung im Februar 1993 legte unser langjähriger Vorsitzender Harry Seeger, nach ca. 26 Jahren sein Amt nieder und als neuer Vorsitzender wurde Hagen Becker gewählt. Unsere Suche nach größeren und besseren Räumen wurde fortgesetzt und war auch vom Erfolg gekrönt, im Ortsteil Adlershof, in der Agastr. wurde uns eine ganze Baracke zur Verfügung gestellt. Die Baracke mit den Maßen 12,40 m x 40m bestand aus einer Vielzahl von Büroräumen und war ziemlich heruntergekommen, aber sonst fantastisch. Es hieß also wieder Ärmel hochkrempeln und neu anfangen. Die Räume wurden neu aufgeteilt, geweißt, störende Wände entfernt, gegen Einbruch Fenster und Türen gesichert, eine Toilette eingebaut usw. Die zu bauende Anlage sollte digitalisiert werden mit einer analog betriebenen Nebenbahn. Die Anlage nahm Gestalt an und wir begannen auch wieder, den Fahrbetrieb aufzunehmen. Im Jahr 1996 fand bei uns die Regionaltagung Ost des BDEF statt und wir feierten im Anschluss unser 30jähriges Bestehen.
Zum Jahresende war es wieder so weit, wegen eines angeblichen Ausbaus der Agastr. wurden uns die Räume gekündigt. Wieder einmal wurden wir obdachlos und es hieß: "Was nun" Unser Mitglied Ullrich Berner kannte im Bezirk Wedding, in der Seestr. 83, in der dortigen Vermittlungsstelle der Telekom einen Dachboden, der nicht anders zu benutzen ist, beheizt wird und für uns geeignet wäre. Nach Verhandlungen mit der Immobilienverwaltung der Telekom und des PostSV wurde uns der Dachboden zum 01.01.1998 vertraglich mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einer anschließenden jährlichen Verlängerung zur Verfügung gestellt. Zum Neubeginn bekamen wir eine in der ehemaligen DDR entstandene, transportable Anlage geschenkt. Die betriebliche Nachbildung des Dresdner-Hauptbahnhof mit davon ausgehenden Hauptstrecken und einer Nebenbahn waren das Thema der Anlage.  Als erstes verlängerten wir die nutzbaren Längen der Bahnsteiggleise, neue schlankere Weichen und neue Weichenantriebe wurden eingebaut, alte Anlagenteile wurden abgerissen, neue Teile eingefügt, alles im DCC Format digitalisiert und auch die Landschaft umgeformt und erneuert. Zur Steuerung der Anlage kam das System DC300 von Rolf Novender und Peter Focke zur Anwendung. Die Booster, Weichendecoder, Kehrschleifenmodule, Besetztmelder u.a. vom Dipl. Ing. Uwe Blücher.  Aufgrund von Störungen und wegen Vergrößerung der Anlage wurde als Steuerungssoftware Railware von Dieter Hinz gewählt. Aber auch in der weiteren Ausgestaltung der Anlage wurde viel Arbeit und Geld investiert. So entstand ein über 2 Meter hohes Gebirgsmassiv welches mit Hilfe von Gleiswendeln und einer Brücke die Möglichkeit zur Überquerung eines Ganges gibt,um auf einer anderen Raumseite die Anlage zu erweitern. In alter Analogtechnik entstand ein überwiegend mit Industrielandschaft versehender Anlagenteil mit einfacher Gleisführung, der den Mitgliedern die Möglichkeit gibt nicht mit Decoder ausgerüstete Fahrzeuge fahren zu lassen. An Tagen der Offenen Tür wird dieser Anlagenteil als Spielanlage gerne von Kindern benutzt. Um eines Tages diese Anlage mit der Hauptanlage verbinden zu können, wurde vorsorglich von jedem Anlagenteil Gleiswendeln bis in Fußbodenhöhe herab geführt. Um die div. Lokomotiven Vorbild entsprechend restaurieren zu können entstand ein kombiniertes Betriebswerk für alle Traktionsarten. Der Dampflokschuppen mit 16 Ständen, die Bekohlungsanlage und Schlackengrube bilden darin den Mittelpunkt. Um den Preiserlein ein ÖPNV bieten zu können entstand ein Straßenbahn- und Busnetz letzteres mit dem Faller Carsystem. Am 1 Januar 2005 wurde der Postsportverein Berlin e.V. umbenannt in Pro Sport 24 Berlin e.V. Ihr Herbert Wesenack
Modellbahn im Pro Sport Berlin 24 e.V.
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Modellbahnabteilung
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